Förderprogramme BAFA

Informationen zum Förderprogramm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ ab 01.01.2016

  • Zusammenführung der bisherigen Programme Gründercoaching Deutschland (GCD), Förderung unternehmerischen Know-hows durch Unternehmensberatung, Runder Tisch (RT) und Turn-Around-Beratung (TAB) zu einem einheitlichen Beratungsförderungsprogramm des Bundes
  • spezifische Förderkonditionen für Unternehmen in verschiedenen Phasen:
    • neu gegründete Unternehmen bis zwei Jahre nach Gründung (bisher: Gründercoaching Deutschland):
      maximale Bemessungsgrundlage: 4.000 Euro
      Fördersatz: 80 Prozent neue Bundesländer (ohne Berlin und ohne Region Leipzig), 60 Prozent Region Lüneburg, sonst 50 Prozent
    • bestehende Unternehmen (mindestens zwei Jahre tätig, bisher: KMU-Beratung):
      maximale Bemessungsgrundlage: 3.000 Euro
      Fördersatz: 80 Prozent neue Bundesländer (ohne Berlin und ohne Region Leipzig), 60 Prozent Region Lüneburg, sonst 50 Prozent
    • Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten (bisher: Turn-Around-Beratung und Runder Tisch):
      maximale Bemessungsgrundlage: 3.000 Euro
      Fördersatz: 90 Prozent bundesweit
  • In-Kraft-Treten: ab 1. Januar 2016
  • De-minimis-Beihilfe
  • Umsetzung durch das BAFA als zentralem Ansprechpartner
  • Online-Antragsverfahren
  • Einbindung von Leitstellen in allen Förderbereichen zur Unterstützung der Programmdurchführung und Antragsbearbeitung, u. a:
    • Information und Öffentlichkeitsarbeit für Berater, Gründer/innen und Unternehmen über die Förderung
    • Qualitätssicherung, Koordinierung und Schulungsangebote in Kooperation mit den Regionalpartnern
    • Unterstützung des BAFA bei Antragsbearbeitung und Verwendungsnachweisprüfung
  • Regionalpartner als örtliche Anlaufstellen in Zusammenarbeit mit den Leitstellen:
    • verpflichtend bei Beratung von Gründer/innen (= neu gegründete Unternehmen in den ersten zwei Jahren nach Gründung)
    • fakultativ bei Beratung von (bestehenden) KMU
    • verpflichtend für Beratungen von Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten
  • Schlankes Verwaltungsverfahren in zwei Stufen:
    • nach Antragstellung erhält das KMU umgehend eine Mitteilung, dass die formalen Fördervoraussetzungen erfüllt sind und mit der Beratung begonnen werden kann
    • Zuwendungsbescheid (Bewilligung) und Auszahlung des Zuschusses durch das BAFA nach erfolgter Beratung und Prüfung des Beratungsberichts
  • Sicherung der Beratungsqualität durch in den Richtlinien festgelegte formale Anforderungen an die Berater und Prüfung der Beratungsberichte.

Folgende Parteien nicht antragsberechtigt:

  • Unternehmen und Freiberufler, welche in der Unternehmens- bzw. Wirtschaftsberatung, der Wirtschafts- oder Buchprüfung oder der Steuerberatung bzw. als Rechtsanwalt, Notar, oder Insolvenzverwalter tätig sind oder andere beratende oder schulende Tätigkeiten ausüben.
  • Unternehmen, über denen ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde oder solche, die die Voraussetzung für die Eröffnung eines solchen Verfahrens erfüllen.
  • Gemeinnützige Unternehmen, Vereine und Stiftungen.
  • Ebenfalls nicht gefördert werden Beratungen von Unternehmen, die der landwirtschaftlichen Primärerzeugung, der Fischerei und Aquakultur zugehören oder zu Inhalten, welche im Sinne von Artikel 1 Absatz der Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 ausgeschlossen sind.

Wie kann ein Antrag gestellt werden?

Eigens für den Zweck der Antragstellung stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Online-Antragsplattform zur Verfügung. Sämtliche Anträge müssen über dieses Portal erfolgen. Das Unternehmen ist dabei Antragsteller und Zuwendungsempfänger in einem. Nach Eingang des Antrags prüft eine eingeschaltete Leitstelle den Antrag vor und informiert daraufhin den Antragsteller. Nur mit dem Erhalt dieses Schreibens darf mit der Beratung begonnen werden. Daher darf der Beratungsvertrag ebenfalls erst mit Erhalt des Schreibens unterzeichnet werden. Rückwirkend kann keine Förderung erteilt werden.

Für Unternehmen in Schwierigkeiten und Jungunternehmen gilt, dass ein Antrag erst nach einem kostenlosen Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner ihrer Wahl gestellt werden kann. Dabei dürfen zwischen Gespräch und Antragstellung nicht mehr als 3 Monate liegen. Eine Liste der Regionalpartner erhalten Sie von den Leitstellen. Bestandsunternehmen haben ebenfalls die Möglichkeit, ein solches Gespräch zu führen, für sie ist es allerdings nicht bindend.

Wird dem Antrag stattgegeben, so erhalten Sie ein Informationsschreiben. Spätestens 6 Monate nach Erhalt dieses Schreibens muss der Verwendungsnachweis der Leitstelle ebenfalls über das Onlineportal des BAFA eingereicht werden. Der Verwendungsnachweis beinhaltet folgende Punkte:

  • Verwendungsnachweisformular, sowohl vom Antragsteller als auch vom Berater unterzeichnet,
  • von Antragsteller ausgefülltes und unterzeichnetes Formular zur De-minimis und zur EU-KMU- Erklärung,
  • das Bestätigungsschreiben des Regionalpartners über die Teilnahme an dem Informationsgespräch (für Jungunternehmen und Unternehmen in Schwierigkeiten),
  • der Beratungsbericht des Beraters,
  • die Rechnung über das Beratungsgespräch und
  • der Kontoauszug des antragstellenden Unternehmens über die erfolgte Zahlung des Beratungshonorars bzw. des Eigenanteils.Im Rahmen des Förderverfahrens muss der Antragsteller mindestens die Zahlung seines Eigenanteils belegen. Der Eigenanteil besteht aus der Differenz zwischen den förderfähigen Beratungskosten und der zu erwartenden Förderung (siehe Tabelle oben).
  • Die Unterlagen werden vorab von der Leitstelle geprüft und an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zur Entscheidungsfindung weitergeleitet. Nach Abschluss der Prüfung durch das BAFA, erfolgt die Bewilligung und die Auszahlung der Förderung. Der Zuschuss ist als De-minimis-Beihilfe zu kategorisieren.
  • Auf der Plattform des BAFA werden das Verwendungsnachweisformular und die Formulare zur De-minimis und zur EU-KMU-Erklärung bereitgestellt. Diese Unterlagen müssen zusammen mit den oben genannten Nachweisen in das Portal hochgeladen werden.

» BAFA: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle